Empfehlungen

Auf dieser Seite möchten wir Bücher, Veranstaltungen, Ausstellungen und Webseiten empfehlen, die mit Archäologie im Allgemeinen oder mit regionaler Kulturgeschichte im Braunschweiger Land in Zusammenhang stehen.
Persönliche Empfehlungen von Vereinsmitgliedern oder befreundeten Personen sind namentlich gekennzeichnet. Empfehlungen der Webredaktion sind mit (BE) für Britta Edelmann bzw. (LO) für Lothar Jungeblut gekennzeichnet.

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Mitglieder unseres Vereins oder befreundete Personen können gerne persönliche Empfehlungen aussprechen, die wir nach Prüfung durch unsere Webredaktion hier veröffentlichen. Es sei allerdings auf eine Bearbeitungszeit von bis zu zwei Wochen verwiesen. Wir machen das hier ehrenamtlich!


AKTUELL

Siehe unten unter Ausstellungen: Fossilien-Ausstellung im Heimathaus Alte Mühle in Schladen.

Apfelfest auf der Streuobstwiese nahe der Asseburg.

Am Sonntag den 18.10.2020 soll dort ein erstes “Apfelfest” stattfinden. Zu dieser Gelegenheit gibt es auch voraussichtlich die Möglichkeit, mit der historischen Eisenbahn “Assebummler” anzureisen.

Im Winter 2019/2020 hatte man begonnen die stark verwilderte Streuobstwiese neben der Liebesallee oberhalb Wittmar nahe des dortigen Bismarckturmes bzw. nahe der Asseburg wieder freizulegen. Dabei wurden 150 alte und zum Teil sehr seltene Sorten von Obstbäumen wieder freigestellt. Gemeinsam mit dem Naturschutzbund sind auch schon einige Nistkästen in der Fläche angebracht.

Wir wünschen guten guten Appetit! (Ein englisches Sprichwort sagt: “An appel a day keeps the doctor away…”)

Auf freundlichen Hinweis von P. Wypich, HVA.


AUSSTELLUNGEN

Fossilien-Ausstellung im Heimathaus Alte Mühle in Schladen

Bei der Eröffnung der neuen Fossilien-Ausstellung am 6. September kamen viele Interessierte ins Heimathaus.

Evamaria Wolff hat die Besucher mit ihrem Sachverstand ihre gespendeten Ammoniten, Belemiten, Korallen und Schnecken, Seeigel, Nautilus, Fische und Pflanzenreste erklärt. Anschaulich konnten sie die versteinerten Tiere auch in ihrer früheren Lebensform auf Plakaten und in Büchern sehen. Besonderes interessant fanden die Gäste die dünne Schnitte durch die Versteinerungen, die sie durchs Mikroskop betrachten konnten.

Auch Jonah Bote (6 Jahre) war begeistert. Er hatte sogar ein Geschenk mitgebracht. Er hatte selber eine Versteinerung von einer Inoceramus Muschel gefunden und spendete sie für die Ausstellung. Da sein Exemplar aus Hoppenstedt sehr gut zur Ausstellung passte, durfte er sie auch gleich in der Vitrine plazieren. Darauf war er sehr stolz.

Ergänzt werden die Fossilien noch von einer kleineren Vitrine mit verschiedenen geologisch interessanten Gesteinen aus der Region, die auch von Frau Wolff gespendet wurden.
Dadurch wird die Erdgeschichte unserer Gegend anschaulich und begreifbar.
Die Hobbysammlerin Frau Wolff wird auch am Sonntag, dem 4. Oktober von 14 bis 17 Uhr wieder für Fragen zur Verfügung stehen. Dann sind auch besonders Kinder eingeladen. Die kleinen und großen Kinder können mit Muscheln malen und basteln oder Fossilen selbst modelieren und diese dann zur Erinnerung mit nach Hause nehmen.
Der Eintritt ist wie immer frei. Natürlich sind alle Räume und auch die neue Schmiede zu besichtigen. Die Coronaregeln gelten hierbei weiter. Informationen unter 05335 5861 oder unter DorotheeSchacht@web.de.
Diese Ausstellung ist bis auf Weiteres jeweils am ersten Sonntag jeden Monats zu besuchen.
(Dorothee Schacht)


BÜCHER

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Joachim Krüger, Gundula Liedke, Sebastian Lorenz, Thomas Terberger (Hrsg.):
Tollensetal 1300 v. Chr. – Das älteste Schlachtfeld Europas.
Archäologie in Deutschland Sonderheft 19.
Darmstadt 2020.

Der Begriff „sensationelle Funde“ hat sich im Zeitalter der gewinnorientierten Medienvermarktung heutzutage doch sehr stark abgeschliffen. Aber nur wirklich sehr wenige archäologische Fundkomplex, die die historischen Erkenntnisse wesentlich bereichern oder gar zum Umdenken in der Interpretation historischer Zustände führten, verdienen diese Bezeichnung wirklich. Das bronzezeitliche Schlachtfeld im Tollensetal im nordöstlichen Mecklenburg-Vorpommern gehört ganz sicher in diese Kategorie. Die Erträge der nunmehr auch schon wieder über 15-jährigen Erforschung dieser bedeutenden und in seiner Art ungewöhnliche Fundstellenkomplexes werden nun in dieser Publikation von den wesentlichen Mitgliedern des Forscherteams anschaulich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

In dem weitgehend versumpften mäandrierenden Flusstal hatte um 1250 v. Chr. an einen Übergang durch die Niederung, einem künstlich angelegten Damm, eine schwere Schlacht getobt. Vermutlich ging es um die Kontrolle über den hier querenden, für den Handel wichtigen Fernweg. Das Besondere an diesem Fund machen die Erhaltungsbedingungen aus, im Gegensatz zu anderen Schlachtfeldern sind nicht nur Sachgüter, sondern im sumpfigen Flusstal auch die Reste der gefallenen Kämpfer überliefert. Die Ergebnisse sind faszinieren. Mindestens 2000, wahrscheinlich mehr Krieger sind hier aufeinandergeprallt, regelrechte Armeen also. Die Verteidiger sind Einheimische, die Angreifer, die zurückgeschlagen wurden, dürften aus dem Süden gekommen sein.
Das Außergewöhnliche: Für die Bronzezeit waren derartige Dimensionen von organisierter Gewalt von den meisten Archäologen nicht für möglich gehalten worden, obwohl deutlich Hinweise darauf in der Felsbildüberlieferung und im Befestigungswesen längst erkennbar waren. Jetzt liegt der Beweis vor.
Die diese Interpretationen belegenden Befunde und der methodische Weg zu ihrer Auswertung können hier nicht dargestellt werden, aber im Buch dezidiert und vor allem verständlich nachgelesen werden. Natürlich bleiben viele Fragen unbeantwortet, neue treten hinzu – so ist das in der Wissenschaft. Aber die unbeantworteten Fragen werden gestellt und diskutiert. Ich kann deshalb nur empfehlen: unbedingt lesen! Zumal Bildqualität und Gestaltung im Gegensatz zu vielen Publikationen der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft diesmal sehr gut sind.
Ein interessanter Aspekt zum Abschluss: die Auseinandersetzung im Tollensetal hat relativ zeitgleich mit der berühmten Schlacht von Kadesch zwischen Ägyptern und Hethitern stattgefunden – diese endete mit dem „ersten“ Friedensvertrag der Weltgeschichte.
(Wolf-Dieter Steinmetz)

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Monika Bernatzky (mit Elisabeth Vorderwülbecke):
Der Deutsche Orden am Elm. Elmsburg, Lucklum, Reitlingstal.
Beiträge zur Geschichte des Landkreises und der ehemaligen Universität Helmstedt, Heft 29.
Helmstedt 2020.

Der Deutsche Ritterorden, offiziell während des 3. Kreuzzuges 1198 n.Chr. im „heiligen Land“ ins Leben gerufen, gelangte im Verlauf des 13. Jahrhunderts zu umfangreichen Besitzungen rund um den Elm. Dazu gehörte auch die Elmsburg oberhalb Schöningen.
Anlass für dieses informative Büchlein von 84 Seiten sind die 2018 und 2019 erfolgten neuen Ausgrabungen und darauf erfolgten Konservierungsmaßnahmen an den Resten der Kirche der Burg. Die Kreisarchäologin Frau Dr. Bernatzky liefert eine gut lesbare und reich bebilderte Geschichte der Elmsburg, soweit sie aus der historischen Überlieferung und den Aufzeichnungen zu Altgrabungen erschließbar ist. Als Höhepunkt darf man die hier dargelegten Ergebnisse der neuen Ausgrabungen an der Kirche werten. Galt die Kirche der Burg bisher als zweiphasig, so können nun drei Bauphasen unterschieden und grob datiert werden. Damit werden die Ergebnisse der Altgrabungen präzisiert.
Das Buch beleuchtet aber auch die allgemeine Geschichte des Deutschen Ritterordens im „heiligen Land“, im Baltikum, und besonders rund um den Elm. Zur Kommende Lucklum steuert Frau Dr. Vorderwülbecke einen zehnseitigen Beitrag bei.
Die kurzen Erläuterungen zu den Besitzungen des Ordens im Reitlingstal dürfen in diesem Buch natürlich nicht fehlen, bieten aber keine neuen Informationen.

Dieses Büchlein bietet für nur 8 € viel Inhalt und spannende Geschichte. Ich möchte es sehr empfehlen.
Leider ist es über den allgemeinen Buchhandel (noch) nicht ganz so einfach erhältlich. Zwei von mir bevorzugte Buchhandlungen fanden es unter der ISBN 978-3-937733-45-6 in keinem Katalog. Ich bestellte es darum über julius.buch, einer lokalen Buchhandlung aus Helmstedt. Dort war es vorrätig, und ich hatte es anderthalb Tage später im Briefkasten. Herzlichen Dank für den Service!

Nachsatz:
Inspiriert durch dieses Büchlein suchte ich sogleich die Elmsburg auf. Das letzte Mal war ich hier vermutlich vor über fünf Jahren.
Die Teilrekonstruktion der Kirche vermittelt einen guten Eindruck der 3. Bauphase (13. JH). Man kann sich gut vorstellen, hier in Zukunft kulturelle oder sogar kirchliche Veranstaltungen durchzuführen. Allerdings ist sie noch so frisch, dass sie keine „romantischen Gefühle“ erweckt. Es ist eben kein „alte Ruine“ mehr. Der Rest der Burganlage ist leider vor Ort für „normale Besucher“ nur schwer erfahrbar. Hier wären weitere Erschließungsmaßnahmen wünschenswert.

Die Grabkammern der knapp westlich der Burg gelegenen früheren Grabhügel (Endneolithikum oder früheste Bronzezeit) sind noch erkennbar. Aber sie befinden sich in einem bemitleidenswerten Zustand. Auch fehlt hier eine Informationstafel.

So oder so: Diese archäologisch spannende Ecke des Elms ist immer mal wieder einen Besuch wert! FABL war hier zuletzt vor grob zehn Jahren.

(LO)

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Johannes Krause (mit Thomas Trappe):
Die Reise unserer Gene. Eine Geschichte über uns und unsere Vorfahren.
Berlin 2019.

Bisweilen entstehen Wissenschaftszweige, die das Erkenntnispotential der Archäologie und Geschichte erheblich bereichern und voranbringen. Die aktuellste und vermutlich wichtigste ist die Archäogenetik, die Gewinnung und historische Analyse von Genmaterial aus ur- und frühgeschichtlichem Skelettmaterial. Deren neueste Ergebnisse dürfen tatsächlich einmal mit dem in unserer Wissenschaft so inflationär gebrauchten Begriff “sensationell” belegt werden.

Nicht einmal mehr so neu – angestoßen wurde diese Methode, was immer vergessen wird, bereits in den 1980er-Jahren an der Uni Göttingen durch die genetische Untersuchung des Skelettmaterials aus der bronzezeitlichen Lichtensteinhöhle – erlebt die Archäologie in den letzten Jahren durch die Gründung hochrangiger Forschungsinstitute und deutlich verbesserter Methoden einen gewaltigen Flow.

Johannes Krause, Abteilungsdirektor am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena, einer der innovativen jungen Vertreter des Fachs, legt hier nun die spektakulären neuesten Ergebnisse dieser Forschungen vor, als da zusammenfassend sind: Die europäische Bevölkerung der Gegenwart ist das Ergebnis immerwährender Migration innerhalb der letzten 40 000 Jahren. Dabei sind drei Bewegungen besonders hervorzuheben: Die Einwanderung des Homo sapiens, des modernen Menschen vor ungefähr 40 000 Jahren aus Afrika, die Einwanderung der ersten Bauern vor 8500 Jahren aus Anatolien und die Einwanderung der Indogermanen aus den nordpontischen Steppen vor 4800 Jahren. Mit überraschenden, teilweise auch als für manche sicherlich schwer zu verdauenden genetischen Erkenntnissen: dunkelhäutige, aber blauäugige nordeuropäische Jäger, dagegen hellhäutige, aber braunäugige Bauern aus dem vorderen Orient. Was werden denn die rotgrünen und braunen Geschichtsideologen damit wohl anfangen? Die genetisch-biologische Begründung dafür? Bitte unbedingt nachlesen!

Dabei werden, wie es methodisch unabdingbar notwendig und natürlich auch zu erwarten ist, die genetischen Ergebnisse mit dem archäologischen Kenntnisstand abgeglichen. Der Vergleich erfolgt hier – wohlgemerkt (!) – von Seiten des Genetiker. Und mit der üblichen Arroganz des Naturwissenschaftlers gegenüber der Geisteswissenschaft. Die genetische Erkenntnis einer Einwanderung der ersten Bauern aus Anatolien über den Balkan nach Mitteleuropa ist nicht so revolutionär neu wie hier postuliert. Allein aus archäologischen Quellen erhoben findet sich diese These in jedem größeren Handbuch der Urgeschichte / Vorgeschichte seit den 1950er-Jahren, und FABL-Mitglieder konnten dies seit 1996 in der Dauerausstellung des BLM dargestellt finden. Weitere derartiger Schnitzer ließen sich anführen, aber dafür fehlt hier der Platz. An eine hochrangige fachwissenschaftliche Beratung, wie behauptet, mag man deshalb nicht so recht glauben.

Trotz dieser Einwände oder auch gerade deshalb sollte jeder genetisch und archäologisch Interessierte dieses Buch unbedingt lesen, zumal es trotz guter Ausstattung vergleichsweise preisgünstig ist. Es vermittelt ein Füllhorn an Denkanstößen, animiert zu kritischem Durchdenken, besonders auch der methodischen Grundlagen (statistische Basis, chronologische Tiefe etc.), bietet reichlich Stoff zum Diskutieren – etwa auch vor dem Hintergrund der aktuellen Migrationsbewegungen.

Die Autoren wollen sich hier aus einer Bewertung heraushalten – was natürlich nicht gelingt. Ein besonderes Faktum vermittelt das Buch dabei aber vor allem: Auf Migration basiert das moderne Europa. – Migration war aber immer auch mit sehr viel Leid verbunden.
(Wolf-Dieter Steinmetz)
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Ulrich Werz (Red.), F.A.N. (Vorsitzender Utz Böhner), (Hrsg.):
F.A.N. Post 2020
Hannover / Lohne 2020.

Die aktuelle Ausgabe des Mitteilungsblattes des Freundeskreises für Archäologie in Niedersachsen e.V. steht online zur Verfügung. Auf 52 durchgängig farbigen Seiten bietet die F.A.N. Post Beiträge, die zeitlich vom Mesolithikum bis ins Mittelalter reichen und inhaltlich ein reiches Spektrum an Themen behandeln: Materialuntersuchungen an archäologischen Eisenfunden, Luftbildarchäologie, Ausgrabungsberichte und vieles mehr. Zu finden ist sie online→ HIER.
Papierexemplare sind kostenfrei bei kommenden FABL-Veranstaltungen erhältlich.

(LO)

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Eszter Bánffy, Kerstin P. Hoffmann, Philipp von Rummel (Hrsg.):
Spuren des Menschen. 800 000 Jahre Geschichte in Europa.
Darmstadt (WBG/Theiss) 2019.

In einer Zeit gewaltigen Kenntniszuwachses hat eine Wissenschaft wie die Archäologie heutzutage Bedürfnis und Pflicht, die Ergebnisse ihrer Forschung für die interessierte und letztendlich auch finanzierende Öffentlichkeit zusammenfassend und möglichst verständlich vorzulegen. Das ist, zumindest nach dem Vorwort, auch das Anliegen des hier zu empfehlenden gewichtigen (im Wortsinn) Buches, welches gerade druckfrisch von der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft vorgelegt wird.

Um es ausdrücklich voranzustellen: das Werk sollte in jeder Bibliothek interessierter „Hobby“-archäologen stehen: ein Kompendium archäologischen Wissens in einer generösen Ausstattung zu einem dafür akzeptablen Preis.

Trotz dieser Empfehlung gibt es viel, zu viel zu kritisieren. Längst nicht alle Kritikpunkte können in diesem Rahmen angeführt werden, deshalb hier nur einige wenige wichtige: Einen hohen Anspruch vermittelt der Titel. Die daraus geweckten Erwartungen werden nicht erfüllt. „Europa“ wird nicht annähernd erfasst, mit Wohlwollen vielleicht Teilbereiche Mitteleuropas, überwiegend aber nur Deutschland. Warum gerade „800 000“ Jahre? Die zeitliche Setzung wird nicht erklärt, erst auf Seite 61 kann man sie aus einem kleinen Absatz erschließen, für „Europa“ wäre sie sowieso falsch. Besonders zu bemängeln ist die Unausgewogenheit der einzelnen Kapitel. Die Eisenzeit beispielsweise wird mit 63 Seiten bedacht, der historisch mindestens ebenso bedeutende Bronzezeit mit ihren aktuell bedeutenden Forschungsprojekten, herausragenden Befunden und Funde werden nur 26 (!!!) Seiten zugestanden. Beinahe absurd, daß dagegen der historischen Hilfswissenschaft Mittelalter- und Neuzeitarchäologie einem unsäglichen Mainstream folgend 182 (!!!) Seiten zugebilligt werden. Viele Kapitel der Einleitung und des Nachspannes sind für die Intention des Buches, historische Inhalte zu vermitteln, überflüssig. Viele überragende Forschungen der letzten Jahrzehnte sind nur ungenügend dargestellt.

Mit seinem beliebten Vorgänger aus gleicher Institution, Spuren der Jahrtausende, 2002, kann dieses Werk nicht annähernd mithalten, schon gar nicht mit der Gesamtdarstellung „Kinder des Prometheus“ 2014 von Hermann Parzinger (eine imponierende Einzelleistung) oder der hervorragenden Oxford Illustrated History „Vor- und Frühgeschichte Europas“ 1996 von Berry Cunliffe.

Ein institutsneutrales, trotzdem fachkundiges Lektorat hätte hier viel Gutes bewirken können. Für den hohen Anspruch, den die wbg für sich postuliert, hätte man mehr erwartet. „Ein Jahrhundertwerk“, wie lautstark von der Verlagswerbung proklamiert, haben wir hier jedenfalls nicht vor uns.

(Wolf-Dieter Steinmetz)

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Monika Bernatzky, Michael Geschwinde, Silke Grefen Peters, Immo Heske, Manuel Müller, Agathe Palka, NormenPosselt, Hedwig Röckelein:
Das Gräberfeld von Gevensleben.
Menschen im Braunschweiger Land zwischen 750 und 1150 n. Chr..
Wegweiser zur Vor- und Frühgeschichte Niedersachsens 31.
Oldenburg 2018

Das zu empfehlende Büchlein gibt Einblick in aktiv gelebte Archäologie von engagierten und motivierten Wissenschaftlern, Studenten und interessierten Privatpersonen aus Universität, Denkmalpflege und Kommunalverwaltung. Aus der spontanen organisierten Notbergung von unerwarteten Knochenfunden, gemeldet vom Bauherrn (!), entsteht ein Forschungsprojekt mit umfangreicher historischer Erkenntnis.

Es geht um einen frühmittelalterlichen Friedhof aus dem Übergang von Merowinger- zu Karolingerzeit, von sächsischer zu fränkischer Herrschaft, von paganer zu christlicher Religion, von Stammesrecht zu Grafschaftsverfassung – einem für die Geschichte unseres Landes also außerordentlichen gewichtigen Zeithorizont in den Jahrzehnten um 800.

Imponierend die schnelle unbürokratische Reaktion der Archäologie, für einen Altarchäologen sehr erfreulich der engagierte Einsatz archäologischer Fachstudenten, wie man ihn im verschulten Universitätsalltag nicht mehr unbedingt erwarten kann, besonders hervorzuheben auch die positive Teilhabe der Grundbesitzerfamilie.

Es bleibt aber nicht bei der Beschreibung und dezidierten Auswertung der Befunde, das Ganze wird in eine nahezu vollständige Darstellung des Frühmittelalters im Braunschweiger Land gestellt. Hier wird man viele Aussagen sicherlich anders interpretieren wollen, aber dazu ist hier nicht der Platz und es schmälert in keiner Weise den Wert dieses Büchleins.

Bemerkenswert schließlich, dass die auswertende Publikation kaum 2 Jahre nach der Grabung erfolgte. Dafür gebührt großer Dank an allen Beteiligten. Empfehlenswert auch die wohlfeile Publikationsreihe, in der das ermöglicht werden konnte, den vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege herausgegebenen Wegweisern zur Vor- und Frühgeschichte in Niedersachsen.

(Wolf-Dieter Steinmetz)

Archäologische Kommission für Niedersachsen (Hrsg.):
Archäologie in Niedersachsen Band 22
Schwerpunkt: Landschaft im Focus

Oldenburg 2019

“Landschaft im Focus” ist das Schwerpunktthema des diesjährigen Bandes der “Archäologie in Niedersachsen”. Dies erinnert sehr an die Struktur der archäologischen Landesausstellung Archäologie|Land|Niedersachsen von 2004. (Sie war ab Ende 2005 auch in Braunschweig zu sehen.) Niedersachsen ist ein vielgestaltiges Land. Die verschiedenen Landschaftsformen prägten das Leben der Menschen in vergangenen Epochen. Zusätzlich prägen sie auch Erhaltungsbedingungen und die Art zu erwartender Fundplätze. Abgesehen von spannenden Berichten zu anderen Teilen des Landes ist auch das Braunschweiger Land wieder mit einer ganzen Reihe von Beiträgen vertreten. (LO)

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P.M. History Juli 2019 mit Titelthema:
Bronzezeit in Europa. Krieger, Händler, Stammesführer.

Eigentlich ist es nicht üblich, in der Rubrik Buchempfehlungen ein Zeitschriftenheft vorzustellen. Für das Juli-Heft 2019 von P.M. History sei eine begründete Ausnahme gestattet.

Erstens weil das Titelthema „Bronzezeit in Europa“ lautet, gerade für unseren Verein und speziell unseren Forschungsschwerpunkt von besonderem Interesse. Dabei ist es vor allem das hochwertige Bildmaterial, das die Empfehlung rechtfertigt. Ansonsten ist die Auswahl der Unterthemen teilweise rätselhaft oder nicht zum Thema gehörig, der Inhalt dilettantisch mit vielen fachlichen Fehlern, die fachfremden Autoren haben abgeschrieben, durchdringen die Materie aber erkennbar nicht. Als Qualifikation wird bei einer Autorin ernsthaft angegeben, sie sei mit dem Wohnmobil durch England gefahren!

Zweitens aber, der wichtigere Empfehlungsgrund, ist ein Gelehrtenstreit unter Bronzezeitforschern, der in einem Interview angefeuert wird. Rüdiger Krause, Professor für Vor- und Frühgeschichte in Frankfurt, äußert sich gelinde gesagt kritisch zu den Thesen des bekannten Landesarchäologen von Sachsen-Anhalt Harald Meller zur Frühen Bronzezeit (siehe Buchempfehlung unten). Natürlich eine Retourkutsche, denn der Meller-Clan bekämpft ebenso heftig die Authentizität der mykenischen Gold- und Bernsteinfunde von Bernsdorf, die Krause wissenschaftlich bearbeitet. Die Auseinandersetzung wurde von Harald Meller und Ernst Pernicka begonnen (nachzulesen in Archäologie in Deutschland 3/2016, S.62-65, mit weiterer Literatur) und nun also in P.M. History von Rüdiger Krause fortgesetzt.

Kritische Auseinandersetzung ist in der Wissenschaft immer nützlich und notwendig, bisweilen befruchtend. Eine etwas gemäßigtere Form und das konkrete Eingehen auf die Argumente der Gegenseite wäre aber wohl angebracht. Der kritisch Außenstehende aber bekommt hier Gelegenheit, sich mit den Argumenten auseinanderzusetzen und sich bei aller Polemik ein eigenes Urteil zu bilden – das ist dann wieder das Schöne an der Archäologie.
(Wolf-Dieter Steinmetz)

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Lothar Mittag:
Schätze der Bronzezeit. Archäologische Kostbarkeiten aus der Altmark.
Schriften zur Regionalgeschichte der Museen des Altmarkkreises Salzwedel 14.
Uelzen 2018

Die Altmark gehört bekannterweise zu den direkten Nachbargebieten des Braunschweiger Landes. Archäologisch ist sie vor allem durch ihre imposanten Megalithgräber bekannt. Kaum gegenwärtig dürfte dagegen sein, dass die Altmark auch in vielen anderen ur- und frühgeschichtlichen Perioden kulturhistorisch Wichtiges und Interessantes zu bieten hat. Dazu gehört die Bronzezeit, wie ein neues Buch von Lothar Mittag, Archäologe am Museum Salzwedel und Leiter der Langobardenwerkstatt Zethlingen anschaulich belegt. Selbst als Fachkollege ist man überrascht über die Fülle und Qualität des vorgestellten Fundmaterials. Neben den Objekten werden ihre Fundplätze und andere Geländedenkmäler beschrieben. Die im Gelände noch vorhandenen Schälchensteine, sehr wahrscheinlich Opferaltäre, kann man mit Hilfe der Beschreibungen und der aufgelisteten Primärliteratur sicherlich auch selbst aufspüren.
Ein für die an der Archäologie unserer Heimat Interessierten ein sehr empfehlenswertes, dabei reich farbig bebildertes und trotzdem preiswertes Werk. Nachbemerkt: durch die dort ausgewiesenen Lappenschalen besonders wichtig auch für unsere Isingerode-Forschungen (s. Newsletter 2).

(Wolf-Dieter Steinmetz)

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Harald Meller / Kai Michel:
Die Himmelsscheibe von Nebra.
Der Schlüssel zu einer untergegangenen Kultur im Herzen Europas.

Berlin 2018

Die Himmelsscheibe von Nebra gehört zu den bekanntesten Funden der Archäologie – und das nicht nur, weil sie extrem gut vermarktet wird. Seit ihrer abenteuerlichen Sicherstellung aus den Fängen von Raubgräbern im Jahre 2002 hat das Objekt dazu beigetragen, das Geschichtsbild einer ganzen Epoche, der Frühbronzezeit zwischen 2000 und 1600 v. Chr. völlig neu zu bewerten.
Der Landesarchäologe von Sachsen-Anhalt, Harald Meller, hat sich nicht damit begnügt, die Scheibe für die Wissenschaft zu retten, er hat ein langjähriges, bis heute andauerndes Forschungsprogramm initiiert, das nicht nur das Objekt selbst bis ins Detail analysiert hat, sondern auch das Material des umgebenden Zeithorizonts neuen Untersuchungen zugeführt und durch Ausgrabungen neue Erkenntnisquellen erschlossen hat. Harald Meller legt die umfangreichen Erträge der langjährigen Forschung nun in einem umfangreichen Buch vor. Streng wissenschaftlich korrekt, dabei aber populärwissenschaftlich verständlich geradezu unterhaltsam geschrieben – wohl ein Verdienst des Co-Autors, eines Wissenschaftsjournalisten.
Alles wird ausführlich beschrieben: Die Sicherungsgeschichte, die angewandten Methoden, die Ausgrabungen, die Quellenstudien, die Ideenfindungen und historischen Interpretationen. Von Königreichen ist die Rede, von Fürstenmorden und Kalenderkünsten – ein breiter Bogen historischen Feuerwerks.
Warum für uns Braunschweiger ebenfalls besonders interessant? Die Aunjetitzer Kultur, zu der die Himmelsscheibe gehört, ist auch bei uns verbreitet. Und so merkt man heftig auf, wenn man liest, dass der bekannte Tumulus von Evessen als Fürstengrabhügel dieser Zeit postuliert wird – was der Autor dieser Zeilen nicht glaubt, aber trotzdem: Das Buch kann jedem Archäologieinteressierten nur wärmsten empfohlen werden (zumal es zu einem vergleichsweise günstigen Preis angeboten wird).
Zur Erinnerung: FABL hat bereits 2005 die große Einführungsausstellung zur Himmelsscheibe in Halle und den Originalfundplatz auf dem Mittelberg besucht.
(Wolf-Dieter Steinmetz)

Archäologische Kommission für Niedersachsen (Hrsg.):
Archäologie in Niedersachsen Band 21
Schwerpunkt: Arm oder reich?

Oldenburg 2018

Wie gewohnt bietet der neueste Band der Archäologie in Niedersachsen eine Fülle interessanter Beiträge zu verschiedenen Epochen und Regionen. Das Braunschweiger Land ist mit mehreren Beiträgen vertreten. Besonders möchte ich auf den Beitrag von Dr. Ingo Eichfeld aufmerksam machen, der sich einigen Glasperlen aus der vorrömischen Eisenzeit widmet. Gefunden wurden sie durch unser langjähriges Mitglied Artus Buss bei seinen Feldbegehungen.
Das Schwerpunktthema “Arm oder reich?” wird unter verschiedenen Aspekten beleuchtet. Sehr gut gefallen mir die in den Hauptbeitrag eingestreuten “Fundzettel”: Kurze Beiträge, die besondere Objekte erläutern. Hier findet sich auch ein “Fundzettel” zum berüchtigten Jadeitbeil aus Geitelde, bekanntermaßen das größte seiner Art. (LO)

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Claus von Carnap-Bornheim, Martin Segschneider (Hrsg.):
Die Schleiregion
Land – Wasser – Geschichte
Bd. 49 der Reihe “Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland” (alter Titel der Reihe)
bzw. “Ausflüge zu Archäologie, Geschichte und Kultur in Deutschland” (neuer Titel der Reihe)
Stuttgart 2007

Ideal zur Nachbereitung unserer Exkursion im April 2018 – oder auch zur Vorbereitung des nächsten Ausflugs in die Gegend um Schleswig auf eigene Faust. Das Buch liefert, wie für die Reihe üblich, einen hervorragenden Überblick sowie spannende Details zu den von uns besuchten Plätzen. Und natürlich auch zu all den Plätzen, die wir aus Zeitmangel nicht ansehen konnten. (LO)

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Robert Lehmann, Karola Hagemann, Henning Haßmann (Hrsg.):
Von Drusus bis Maximinus Thrax –
Römer in Norddeutschland
Festschrift zum achtzigsten Geburtstag von Wilhelm Dräger.
Hannover 2018

Als Band 1 seiner Schriftenreihe legt der “Freundeskreis für Archäologie in Niedersachsen” eine Sammlung von 27 sehr unterschiedlichen Beiträgen vor. Das Spektrum reicht von einer Neu-Interpretation der Befunde in Kalkriese durch den ursprünglichen Ausgräber, über Metallanalysen zu römischen und nicht-römischen Funden, mehrere Beiträge zum römischen Marschlager Wilkenburg unter verschiedenen Aspekten, bis schließlich zu einem Beitrag “Römer im Kriminalroman”. Mehrere der Beiträge haben sicher sogar eine Einzelbesprechung verdient. (LO)

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Simone Menck:
Das Gräberfeld der Hausurnenkultur von Beierstedt,
Ldkr. Helmstedt

(Hünenburg-Forschungen Band 3)
Kiel/Hamburg 2017
Keine “leichte Kost”, sondern eine schwergewichtige, wissenschaftliche Vorlage der Grabungsergebnisse 2007/2008 vom Gräberfeld Beierstedt, das definitiv ein Friedhof von Bewohnern der Hünenburg bei Watenstedt am Heeseberg war. Simone Menck legt hier ihre Magisterarbeit vor, die in Umfang und Qualität kaum einer Dissertation nachsteht. Diese Arbeit liefert bedeutende Informationen nicht nur für eine regionale Perspektive, sondern für die übergreifende Frage des Übergangs zwischen Bronze- und Eisenzeit.  (LO)

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Monika Bernatzky (Hrsg.):
Fenster in die Archäologie
– 300000 Jahre Geschichte im Braunschweiger Land rund um den Elm

Braunschweig 2013
Für dieses Buch hat FABL mehrere Grafiken finanziert. Es handelt sich um die aktuellste Gesamtdarstellung der Archäologie im Braunschweiger Land, mit Beiträgen von namhaften Forschern: Henning Zellmer, Jordi Serangeli, Monika Bernatzky, Michael Geschwinde, Wolf-Dieter Steinmetz, Immo Heske, Silke Grefen-Peters. Die die Kapitel einleitenden – comic-haft – gezeichneten Lebensbilder sollten hier nicht über die Qualität der Beiträge hinwegtäuschen. Und selbst diese Zeichnungen illustrieren sehr akkurat den Forschungsstand. Nur wirkt ihr Stil unpassend. (LO)

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ONLINE-RESOURCEN

Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte
Für Niedersachsen eine der wichtigsten Fachzeitschriften wird nun auch online verfügbar gemacht. Diese Zeitschrift liefert jährlich jeweils einen Aufsatzband und einen weiteren Band mit der Fundchronik für Niedersachsen. Bisher sind die Bände bis 1997 digitalisiert. Ziel ist aber, die Bände bis zum aktuellen Jahrgang mit zweijähriger Verzögerung online zu stellen. (LO)

Archäologie Weltweit

An ein breites Publikum gerichtete Zeitschrift des Deutschen Archäologischen Instituts, komplett als Online-Ausgabe. (LO)

Archäologisches Korrespondenzblatt

In dieser wissenschaftlichen Zeitschrift, herausgegeben vom Römisch-Germanischen Zentralmuseum, erscheinen Aufsätze zu Themen der vor- und frühgeschichtlichen sowie provinzialrömischen Archäologie und ihrer Nachbarwissenschaften in Europa.
Über einen Server der Universität Heidelberg sind die Beiträge mit etwa einem Jahr Zeitverzögerung im Volltext aufrufbar. Für jüngere Beiträge sind Zusammenfassung auf der Webseite des RZGM nachzulesen. (LO)

Archäologische Informationen

Die wissenschaftliche Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte. Alle Beiträge im Volltext online als PDF. Oftmals auch Beiträge zu wissenschaftstheoretischen und wissenschaftspolitischen Fragen. Aber auch z.B. AI 37 / 2014, S. 33-41: Genanalyse Gräberfeld Wittmar / Ldkr. Wolfenbüttel.(LO)

Braunschweigische Heimat – Zeitschrift des Braunschweigischen Landesvereins Geschichte – Heimat – Natur

Alle Ausgaben im Volltext als PDF, bereitgestellt auf einem Server der TU-Braunschweig. Gerade in älteren Ausgaben finden sich auch Beiträge zur regionalen Archäologie. (Danke für den Hinweis an Peter Heinemeyer.) (LO)

Germania – Anzeiger der Römisch-Germanischen Kommission des DAI

Online verfügbar sind derzeit alle Bände von 1918 bis 1960 sowie die jüngsten Bände von 2015 und 2016. Alle Aufsätze im Volltext als PDF. (LO)

Typentafeln zur Ur- und Frühgeschichte (der DDR)

Dieses Hilfsmittel wird als vollständiger Scan von der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena bereitgestellt. Die Typochronologie ist sicher in den letzten 45 Jahren nicht stehengeblieben. Für eine erste Ansprache von Funden und Befunden sind die Typentafeln jedoch weiterhin nützlich. (LO)


FILM / TV / MEDIEN

YouTube Kanal mit Videos zu den Reitlingstalbefestigungen

Der Kreisheimatpfleger des Landkreises Wolfenbüttel Marco Failla hat einen neuen YouTube Kanal ins Leben gerufen: Geschichte und Geschichten im Braunschweiger Land. In den ersten drei Folgen behandelt er die Reitlingstalbefestigungen Krimmelburg, Brunkelburg und Wurtgarten.
Krimmelburg und Brunkelburg reichen vermutlich in ihrer ältesten Phase bis in die vorrömische Eisenzeit zurück. Als studierter Historiker und Mitarbeiter der Museumspädagogik des Braunschweigischen Landesmuseums mit eigener Ausgrabungserfahrung (Werla) weiß Marco Failla kenntnisreich und unterhaltsam den Forschungsstand zu referieren, während er sich die Wallanlagen erwandert. Spektakulär sind die ergänzenden Videoaufnahmen, die er mit einer Drohne gemacht hat.

https://www.youtube.com/channel/UCuAEHo-rZQaB4hChDraTFTg
(LO)

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Claus von Carnap-Bornheim im Gespräch
NDR Info – Der Talk – 15.05.2020, 21:05 Uhr Autor/in: Juliane Eisenführ
Gerne mal hier reinhören: Archäologie, Museums- und Kulturmanagement in Norddeutschland.  Mit Bezug zu unserer Schleswig-Exkursion.
(LO)
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Aus dem Braunschweigischen Landesmuseum:

Das Team der Museumspädagogik probiert ein neues Vermittlungsformat aus, das sicherlich für einige interessant ist – vor allem für alle mit jüngeren Kindern oder Enkeln.
Während der Schließung des Museums hat es sich ans digitale Vermitteln gewagt und einige Filme gedreht, um über seinen youtube Kanal besonders für Familien zuhause Inhalte zur Verfügung zu stellen. Es handelt sich dabei um kurze Führungen bzw. Geschichten aus den aktuellen Ausstellungen (also Steinzeit, Römische Kaiserzeit, Saxones und 16. Jh.) sowie um do-it-yourself-Anleitungen zu ausgewählten Workshops.

https://www.youtube.com/channel/UCQbyvEm92MnKcVZztOjepzg

Da kommt jetzt für einen langen Zeitraum wöchentlich neuer Inhalt.

Das Landesmuseum ist seit dem 8.5. wieder geöffnet, allerdings nicht für die gesamte Öffentlichkeit, sondern nach Voranmeldung für Einzelpersonen bzw. Familien. Das Gute: man hat das Museum für 90 Minuten ganz für sich allein, und es ist kostenlos!
Anmeldung unter Tel. (0531) 1225 2424 oder buchung.blm(at)3landesmuseen.de

(Info von Torsten Poschmann – Foto: Screenshot)

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DER MANN AUS DEM EIS
Spielfilm Deutschland – Italien – Österreich 2017
Buch und Regie: Felix Randau
Darsteller: Jürgen Vogel, André M. Hennicke, Susanne Wuest, Franco Nero und andere

Foto: © Port au Prince Pictures, Martin Rattini; mit freundlicher Genehmigung

Bis Anfang 2017 war im Braunschweigischen Landesmuseum die Ausstellung Ötzi, der Mann aus dem Eis – und zwei von hier zu sehen. Die Ausstellung wurde von FABL gefördert und in geringem Umfang auch mit gestaltet. Der Kinofilm erzählt bildgewaltig und mit ausdrucksstarker schauspielerischer Darstellung eine fiktionale Geschichte, wie die letzten Tage von Ötzi verlaufen sein könnten. Dies ist kein Dokumentarfilm, sondern ein dramatischer Abenteuerfilm. Der Film ist ab 02. Mai 2018 als DVD, Blu-Ray oder per VoD / Download / streaming erhältlich. (LO)


VERANSTALTUNGEN ANDERER ARCHÄOLOGISCHER VEREINE UND INSITUTIONEN

“F.A.N.” (Freundeskreis für Archäologie in Niedersachsen e.V.) und vom Landesdenkmalamt Niedersachsen

Der eng mit dem niedersächsischen Landesdenkmalamt verbundene Verein F.A.N. sendet Interessenten einen regelmäßigen Newsletter. Die aktuelle Ausgabe ist – verständlicher, aber auch bedauerlicher Weise – geprägt von Veranstaltungsabsagen bis zum 01.08.2020. Danach soll die archäologische Denkmalpflege durchstarten – wenn die Umstände es erlauben. Besonders interessant erscheint mir folgende Mitteilung: “Am 21.11. eröffnen Herr Reimann und Frau Lüdemann mit dem 1. Workshop zur Amateurarchäologie eine neue Veranstaltungsreihe des FAN. Die Veranstaltung findet im Museum Nienburg von 10:00 bis 16:30 Uhr statt. Neben einigen Vorträgen wird es am Nachmittag auch einen Praxisteil geben.” Wenn ich es irgendwie zeitlich / beruflich einrichten kann, bin ich da dabei! (Kommen weitere FABLs mit?)
Ebenfalls interessant auch der “Niedersächsische Denkmalatlas”) , der aktuell allerdings noch auf die Freischaltung von Inhalten im Kerngebiet von FABL wartet.
(LO)

WEBLINKS

Heimat- und Verkehrsverein Asse
Es zeichnet sich ab, dass FABL mit dem HVA in Zukunft zusammenarbeiten wird, vor allem für zukünftige archäologische Ausgrabungen auf der Asseburg. Ausgerechnet die Seite zur Asseburg wird hier gerade überarbeitet. Aber das ist vermutlich nur ein Zeichen mehr für die Dynamik, die geplante Maßnahmen zur Asseburg derzeit entwickeln. (LO)



https://grubenhaus-petersteich.welcomes-you.com/
Auf dieser Webseite werden die Ergebnisse der archäologischen Ausgrabungen an der mittelalterlichen Siedlung “Am Petersteich” bei Süpplingenburg / Landkreis Helmstedt vorgestellt. Auf der ehemaligen Ausgrabungsfläche wurde die Rekonstruktion eines Grubenhauses errichtet. Regelmäßig finden hier unter der Bezeichnung “Handwerkertage” museumspädagogische Vorführungen bzw. lebendige Geschichtsdarstellung zum Alltagsleben im Früh- und Hochmittelalter statt. (LO)

http://zeitwanderer.de/
Nach fünfjähriger Pause ist die Webseite von Lothar Jungeblut zu “Geschichte – Landschaft – Archäologie” wieder online, allerdings nicht mit den alten Inhalten. Inhalte sind noch im Aufbau. Bisher gibt es etwas über ein archäologisches Experiment zu lesen. (LO)

http://rauzwi.de
“RAUZWI” – die Runenritzung auf einer Zierscheibe aus der Völkerwanderungszeit hat der “Verein lebendige Archäologie Mittelweser” als Eigennamen gewählt. Am Ort des bekannten Gräberfeldes bei Liebenau finden regelmäßig Veranstaltungen zur Geschichtsvermittlung (vorrangig Frühmittelalter / “Altsachsen”) statt. Zusätzlich betreibt der Verein eine Siedlungsgrabung. (LO)

https://www.roemerlager-wilkenburg.org/
Wenn man annimmt, dass römische Legionstruppen bei Expeditionen ins Barbaricum nach jedem Marschtag ein Marschlager errichteten, dann müssten sich allein in Niedersachsen dutzende solcher Marschlager befunden haben. Nun mag man überlegen: Wie viele solcher Marschlager konnten bisher archäologisch identifiziert werden? Das sieht doch noch sehr dünn aus. Südlich von Hannover aber ist ein solcher Platz gefunden. Die Römer AG Leine entwickelt vielfältige Aktivitäten, um vor Ort römische und germanische Geschichte zu vermitteln – und das Bodendenkmal vor der drohenden Zerstörung durch Kiesabbau zu retten. (LO)

http://www.hobby-ausgrabung.de
Ausgrabungen werden nicht nur von staatlichen Angestellten oder kommerziellen Grabungsfirmen durchgeführt. Gerd Lübbers wirft einen Blick auf die ehrenamtliche Seite. Und zumindest einen Tag hat er auch mit FABL in Isingerode gegraben.

Hünenburg-Projekt der Universität Göttingen
Dieses langjährige, von Dr. Immo Heske geleitete Projekt mit europaweiter Geltung geht auf eine Initiative von Wolf-Dieter Steinmetz zurück – und auf den Schweiß von FABL-Mitgliedern.

https://www.denkmalpflege.niedersachsen.de
Die staatliche Seite der Denkmalpflege und Archäologie in Niedersachsen. Die neue Präsidentin Dr.-Ing. Christina Krafczyk war bis vor kurzem an der TU Braunschweig tätig. Sie ist keine Archäologin – aber mit Unterstützung des Landesarchäologen Dr. Henning Haßmann wird man auch eine Bauhistorikerin von der Bedeutung der Archäologie in Niedersachsen überzeugen. Und der Landesarchäologe hat zumindest einen Tag mit FABL in Isingerode gegraben.

Niedersächsisches Denkmalschutz-Gesetz!!!
Abgesehen von vielen weiteren rechtlichen Grundlagen und Informationen auf der Webseite des Landesdenkmalamtes… Man lese auch bei Gelegenheit einmal das Gesetz zur Niedersächsischen Wald- und Landschaftsordnung, das den Satz enthält: “Jeder Mensch darf die freie Landschaft betreten und sich dort erholen.”

Niedersächsisches Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung (NWaldLG)

http://www.palaeon.de
Hier geht es in die tiefste Vergangenheit, die sich für Menschen im Braunschweiger Land rekonstruieren lässt. Aber das Ausstellungszentrum der “Schöninger Speere” ist auch sonst kulturell sehr aktiv.

http://www.heimathaus-schladen.de
Das Museum “Heimathaus Schladen” beherbergt auch eine gute archäologische Ausstellung und wird (hoffentlich) in naher Zukunft auch das FABL-Projekt Isingerode darstellen.

http://www.kaiserdom-koenigslutter.info
Auf dieser Webseite gibt es interessante Gedanken zur Geschichte unserer Region. Und unter http://kaiserdom-koenigslutter.info/index.php/Wolfenbuettel.html gibt es zusätzlich viele Fotos aus der Geschichte von FABL. Die jüngsten sind aus November 2017.

http://www.ossatura.de
Dr. Silke Grefen-Peters: Anthropologie, Archäozoologie

http://www.fan-niedersachsen.de
Freundeskreis für Archäologie in Niedersachsen e.V.

http://www.archan-nhb.de/
Archäologischer Arbeitskreis Niedersachsen im NHB. FABL ist Mitglied beim ARCHAN. Zu Tagungen und Fortbildungsmaßnahmen vermitteln wir gerne die Teilnahme.

http://www.femo-online.de
Freilicht- und Erlebnismuseum Ostfalen. Landschaft, Archäologie und Geologie des Braunschweiger Landes erleben.

http://www.ak-niedersachsen.de
Archäologische Kommission für Niedersachsen e.V. – war schon mehrfach Gast bei FABl… Aktualisiert leider seit 2010 den Grabungskalender nicht mehr.

http://www.obermaier-gesellschaft.de/
Hugo-Obermaier-Gesellschaft für Erforschung des Eiszeitalters und der Steinzeit e.V.

http://www.jungsteinsite.de
Die Jungsteinzeit-Seite, u.a. interessante Aufsätze zur Megalithkultur.

http://www.dainst.org
Deutsches Archäologisches Institut. “German scholarship – all around the world…”

http://www.catalhoyuk.com/
Çatal Höyük / Anatolien online, die älteste Stadtkultur und größter Siedlungshügel (Tell) der Welt. Das Superlativ der Archäologie!

http://etcsl.orinst.ox.ac.uk/
Ein gigantisches Projekt: Der elektronische Textkörper der sumerischen Literatur in englischer Sprache.

http://www.theiss.de/AiD/
Die Zeitschrift Archäologie in Deutschland online.

http://www.archaeologie-online.de
Archäologie online – Archäologisches Portal, bietet einen Katalog für interessante websites an, downloads, Diskussionsforen und die Möglichkeit, Nachrichten zu veröffentlichen. Ein Muss für archäologisch Interessierte.

http://www.ostfalia-verlag.de
Schreiben Sie gerne?
Dr. Thomas Dahms ist nicht nur Verleger, sondern auch Mediävist, ausgrabungserfahren – und Freund unseres Vereins.

http://www.gabriele-uhlmann.de/
Gabriele Uhlmann: Archäologie und Kulturanthropologie.

http://www.nfhdata.de
Nachrichtendienst für Historiker.